Industrie 4.0: Mittelstand mit Luft nach oben

Mittelstand Digitalisierung

Unternehmen aus dem Mittelstand verfügen laut einer Studie, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH im Auftrag der KfW Bankengruppe durchgeführt haben, beim Thema Digitalisierung noch deutlich Luft nach oben. Und das trotz rund 10 Milliarden Euro, die jährlich von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Digitalisierung investiert werden.

Ein Fünftel der mittelständischen Unternehmen kann zu „Vorreitern“ gezählt werden

Aufgrund der Ergebnisse, die in der Studie erzielt wurden, unterteilten die Forscher die mittelständischen Unternehmen hinsichtlich des Digitalisierungsgrades in drei Gruppen:

  1. 19 Prozent der Unternehmen zählen zu „Vorreitern“
  2. 49 Prozent der Unternehmen befinden sich im „Mittelfeld“
  3. 32 Prozent sind „Nachzügler“
Mittelstand - Digitalisierung
KMUs und Digitalisierung – Durchführung nach Unternehmensgröße (Grafik: KfW)

Zu den größten Herausforderungen bei den „Nachzüglern“ zählen in erster Linie Defizite in der grundlegenden digitalen Infrastruktur (z.B eigene Webseite oder Enterprise Resource Planning (ERP) Software). Den Großteil dieser Gruppe machen kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern aus.

Unternehmen aus dem „Mittelfeld“ nutzen zumindest teilweise digitale Vernetzung, um erhöhte Flexibilität, Interaktivität und sinnvolle Verknüpfung von komplexer Information zu realisieren.

Die als „Vorreiter“ bezeichneten Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass digitale Produkte oder Dienste ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäftsmodells sind, ihren Kunden Apps für bestimmte Produkte oder Dienste anbieten oder die Industrie 4.0-Projekte durchführen. Dennoch besteht auch in dieser Gruppe bei der Digitalisierung ein deutlicher Optimierungsbedarf.

Ausbau der Digitalisierung geht in den meisten Unternehmen nur langsam voran

Über 80 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren Digitalisierungsprojekte durchgeführt.

Grundsätzlich findet dort ein Ausbau der Digitalisierung statt, wenn auch in kleinerem Umfang. 46 Prozent der Mittelständler gibt hierfür weniger als 10.000 Euro pro Jahr aus. Nur 12 Prozent der Unternehmen investieren 40.000 Euro pro Jahr oder mehr.

Wo liegen die meisten Defizite?

Die größten Hemmnisse für den Ausbau der mittelständischen Digitalisierung sind mangelnde IT-Kompetenzen (67 Prozent der Unternehmen), Bedenken in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit (62 Prozent), zu hohe Kosten (59 Prozent) sowie eine zu geringe Internetgeschwindigkeit (58 Prozent).

Die gesamte Studie finden Sie hier

Mehr zu Industrie 4.0 im Mittelstand erfahren Sie bei der IT2Industry@electronica, die von 08. bis 11. November 2016 in München stattfindet. Am Donnerstag, 10. November, diskutieren Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft über Herausforderungen und Potential von Industrie 4.0 für den Mittelstand.

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