„Der Mittelstand öffnet sich zunehmend dem Thema Industrie 4.0“

InnovationszirkelGürkan Uzer, Sprecher Münchner Unternehmerkreis IT sowie Mitinitiator des Innovationszirkels Industrie 4.0 im Mittelstand, Im Interview mit dem IT2Industry Blog:

Bei der kommenden IT2Industry beteiligt sich der Innovationszirkel Industrie 4.0 im Mittelstand mit einem Gemeinschaftsstand. Darüber hinaus organisiert das Netzwerk im Rahmen der Messe einen Roundtable sowie einen Workshop für Führungskräfte.

IT2Industry Blog: Herr Uzer, mit welchem Ziel wurde der Innovationszirkel Industrie 4.0 im Mittelstand ins Leben gerufen?

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Gürkan Uzer

Gürkan Uzer: In den letzten 3 Jahren habe ich als Geschäftsführer meiner im Mittelstand aktiven Unternehmensberatung BMC-Consultants und des Münchner UnternehmerKreis IT, dessen Sprecher ich auch bin, in vielen Gesprächen eine zunehmende Verunsicherung beim Thema „Digitalisierung der Produktion“ festgestellt. Insbesondere wenn es um das Thema mittelständischer Strategien für die Planung und Umsetzung von Industrie 4.0 Projekten ging war eher Frustration als Euphorie zu verspüren. Die Visionen und Vorbilder der „Großen“ der Branche halfen dabei kaum die Motivation für das Thema zu steigern. Angesichts oft limitierter Budgets, fehlenden spezialisierten Personals, größter Sicherheitsbedenken und geringer Kooperationsfähigkeit zeigten sich die Mittelständler oft überfordert. Der Wunsch nach einer offenen Plattform, wo er vertrauensvoll in einem Netzwerk Gleichgesinnter seine eigene Vision einer digitalen Produktion entwickeln kann wurde immer häufiger geäußert.

So entstand die Idee und das Ziel ein neues, mittelstandsorientiertes Netzwerk von Anwendern, Experten und Anbietern auf Entscheiderebene zu gründen. Das Ziel, gemeinsam mit weiteren Initiatoren und Förderern ein mittelstandkompatibles Netzwerk zu gründen wurde dann in 2015 in einem ersten Event bei der TEBIS AG in Martinsried der Wirklichkeit umgesetzt. Die positive Resonanz auf und nach dem Event hat uns gezeigt, dass der Mittelstand ein solches themenspezifisches Netzwerk wünscht. Im April fand dann in 2016 mit großem Erfolg der erste Innovationszirkel bei der Softing AG in Haar statt, und jetzt am 22. Juni bei der Messe München wiederum ein weiterer Erfahrungsaustausch des Netzwerks. Nachdem somit das erste Ziel, ein solches Netzwerk in München zu gründen bereits weit in der Umsetzung ist planen wir nun auf Grund entsprechender Anfragen auch die Gründung solcher Netzwerke in weitern wirtschaftlichen Zentren Süddeutschlands.

IT2I: Welche Produkte und Lösungen werden auf dem Gemeinschaftsstand bei der kommenden IT2Industry@AUTOMATICA präsentiert?

Uzer: Es geht um das Thema Industrie 4.0 im Mittelstand und das Angebot, mit spezialisierten Unternehmen diese Thema besprechen zu können. Die Anbieter von Produkten und Lösungen rund um Industrie 4.0, die als Mitaussteller aktiv sind, sind insbesondere deshalb auf der Messe, um mit den Kunden in einen gezielten Dialog zu treten um seine Ziele und Voraussetzungen besser zu verstehen. Fertige Lösungen anzubieten für unbekannte Probleme hilft nicht, die Verunsicherung im Mittelstand zu vertreiben. Natürlich geht auch jeder Mitaussteller mit einem bestimmten Portfolio auf das Thema Industrie 4.0 bei den Kunden zu. Dies ist auch oft der initiale Punkt, um Industrie 4.0 Projekte zu starten. So ist auch die Bandbreite der Gesprächspartner auf dem Messestand entsprechend groß, angefangen von Spezialisten für Virtual Reality über spezifische Beratungs- und Dienstleistungen bis hin zu Messtechnik- oder Automatisierungsangeboten. Auf dem Innovationszirkel-Stand findet der Kunde den passenden Gesprächspartner, um über sein Industrie 4.0 Projekt zu sprechen.

IT2I Blog: Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen, um in den Innovationszirkel aufgenommen zu werden?

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Gürkan Uzer

Uzer: Das Netzwerk wurde gegründet, weil Industrie 4.0 zuallererst ein strategisches Thema der Führungsebene ist und nicht nach unten weg delegiert werden kann. Diesen Fokus haben auch die Vorträge, Workshops und Diskussionsforen, damit ein adäquater Erfahrungs- und Meinungsaustausch stattfinden kann. Die Unternehmen werden deshalb im Netzwerk durch die verantwortlichen C-Level-Manager repräsentiert, häufig durch die Inhaber, Geschäftsführer oder Vorstände. Das Netzwerk selbst lebt natürlich primär von den Beiträgen seiner Mitglieder, die sich als Initiatoren oder strategische Partner in den Zirkel einbringen können.

IT2I Blog: Herr Uzer, wie bewertet der Innovationszirkel aktuell die Haltung im Mittelstand in Bezug auf Industrie 4.0 und wie wird Sie Ihrer Meinung nach in fünf Jahren sein?

Uzer: Ein Feedback aus vielen Gesprächen im Innovationszirkel ist, dass aus dem gestern verspürten Hype zunehmend gelebte Realität wird, trotz weiter großer Vorbehalte. Die Dringlichkeit ist erkannt, und die Mittelständler öffnen sich zunehmend dem Thema, auch dank Initiativen wie der unseren. Die Kooperationsbereitschaft steigt zunehmend und der Wunsch, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln verdrängt zunehmend die Bedenken und vielfältigen Ängste. Die Haltung ist also zunehmend auf „anpacken statt zuwarten“ ausgerichtet. In 5 Jahren werden noch mehr Führungskräfte mit digitalem know how in den Führungsetagen sein, die noch konsequenter den Umbau der Unternehmen in mehr digitale Kompetenz sowie die damit verbundene Transition der Geschäftsmodelle vorantreiben. So wird aus meiner Sicht in 5 Jahren das Thema „Sharing of Things“ eine zunehmend dominante Rolle spielen, und die Kooperationsbereitschaft der Mittelständler auf eine neue Stufe führen.

IT2I Blog: Herr Uzer, was raten Sie den Messebesuchern in diesem Jahr besonders?

Uzer: In diesem Jahr ist Industrie 4.0 in der Realität des Mittelstands angekommen. Neben dem Gemeinschaftsstand bietet der Innovationszirkel ein weiteres Highlight zur Messe an: Am 22.06. findet im Konferenzbereich das nächste Treffen des Netzwerks mit dankenswerter Unterstützung der Messe München und der IT2Industry statt. Allerdings gelten für diese Veranstaltung besondere Teilnahmebedingungen. Auf der Webseite www.iz-i40.de gibt es weitere Informationen dazu.

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