Welchen Mehrwert das Industrial Internet of Things Unternehmen bringt

Im Zuge der Digitalisierung sieht sich der B2B-Bereich einem grundlegenden Wandel ausgesetzt, vor allem die Art, wie Unternehmen zusammenarbeiten und miteinander im Wettbewerb stehen. Das Industrial Internet of Things (IIoT) kann in Unternehmen in einer Reihe vielfältiger Aufgaben eingesetzt werden, inklusive der Erschließung neuer Geschäftsmodelle. Durch kontinuierlichen Informationsaustausch und Zusammenarbeit im Bereich Daten können Innovationen schneller, Produktion effizienter und Go-to-Market-Aktivitäten agiler vorangetrieben werden.

Pro Tag werden in diesem Jahr 5,5 Millionen neue Geräte (Things) vernetzt, so eine Prognose von Gartner. 2016 werden damit weltweit 6,4 Milliarden angeschlossenen IoT-Geräte im Einsatz sein – das sind 30 Prozent mehr gegenüber 2015. Im Jahr 2020 werden geschätzt 20,8 Milliarden Geräte erreicht.

Das Internet der Dinge umfasst hierbei so viele verschiedene Angebote von Technologie, sodass eine einfache und schnelle Festlegung für Unternehmen kaum zukunftswirkend erfolgreich ist. Um die Möglichkeiten noch besser zu beleuchten, empfehlen die Industrieanalysten für Technologie bei Forrester in einer kürzlich erschienenen Studie betroffenen und interessierten Unternehmen, sich auf bestimmte Anwendungsmöglichkeiten zu konzentrieren, die ihre geschäftliche Strategie und Ziele betreffen.

IoT kann wie eine Umkehrung von Augmented Reality (AR) betrachtet werden. AR bildet digitale Informationen als visuelle Darstellung der realen Welt ab. Mit dem IIoT werden reale Messdaten für digitale Systeme verfügbar gemacht. Das Industrielle Internet der Dinge ermöglicht die Messung von Ereignissen und Abläufen der Realität, was verwendet werden kann, um Geschäftsabläufe zu verbessern.

Sensoren beispielsweise ermöglichen es Unternehmen, die Art und Weise zu verbessern, wie Kunden ihre Produkterfahrung erleben, um die Leistung von Maschinen zu überwachen und deren Wartungsbedarf vorherzusagen, die Produktnutzung und den Personaleinsatz zu verwalten, die Sicherheit zu verbessern und Erfordernisse zur Steuerung zu bestimmen.

Die Einsatzmöglichkeiten für das Industrial Internet of Things sind vielfältig und IoT-Systeme können mehr, als physische Abläufe in eine digitale Erfassung zu überführen. Einerseits können in Unternehmen solche Messungen dabei helfen Kosten zu optimieren, wenn sie richtig eingesetzt werden. Andererseits kann das IIoT auch ganz neue Geschäftsmodelle hervorbringen. Einige Beispiele dazu:

  • Kompressor-Hersteller Kaeser ist es gelungen, durch Einbau von Sensoren in seine Industrie-Druckluftkompressoren „Druckluft-as-a-Service“ für Kunden anzubieten, die ihre eigenen Maschinen nicht selbst reinigen möchten.

  • Um ihre Lieferwagen-Flotte und Lagerhallen ferngesteuert zu überwachen, verwendet Land ‚N‘ Sea, eine Vertriebsfirma für Geräte im Meeressektor, das Tracking-System Navman Wireless. Durch die Identifizierung der effizientesten Lieferwege und Optimierung der Zeitsteuerung bei Abholung und Lieferung spart Land ‚N‘ Sea monatlich beim Treibstoff 14.000 USD und bei Überstunden-Kosten rund 8.000 USD.
  • Auf das Internet der Dinge setzt bei der Kundenbindung und zur dynamischen Preisfindung der größte private Arbeitgeber in den USA, Walmart, mit Retail-Technologie, Big Data und Analytics, sowie daneben neuerdings als Instrument zur Bekämpfung des Klimawandels, so dessen Präsident und CEO Doug McMillon beim kürzlich stattgefundenen Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos.
  • Ein operatives Feld, in dem zukünftig noch wesentlich mehr Potential liegt, ist Farming 4.0. Auf dem WEF demonstrierte der deutsche Milchbauer Steffen Hake, wie das IoT die Milchviehwirtschaft verändert. Für seine vernetzten Kühe (connected cows) nutzt er Heatime Geräte von SCR Diary, eine Wearable Technologie zur Kuhüberwachung, um die Fertilität seines Viehs zu erkennen und den Gesundheitszustand der Herde zu überwachen.

Viele Großunternehmen haben auf den potenziellen Wert des Internet der Dinge bereits verstanden, während kleinere Unternehmen zwar ein ähnliches Niveau beim Interesse zeigen, jedoch weniger Fortschritte bei der Umsetzung machen. 

Unter den 1.755 Entscheidern aus Großunternehmen, die von Forrester im vergangenen Jahr befragt wurden, gaben 23 Prozent an, dass ihre Unternehmen bereits IoT-Anwendungen einsetzen, zudem sagten 29 Prozent, sie planen, dies zu tun. Hingegen nutzen von den 1.582 Entscheidungsträgern aus kleinen und mittelständischen Unternehmen erst 14 Prozent bereits IoT-Anwendungen, dazu äußerten 26 Prozent die Absicht, dies noch zu tun.

Schaubild Industrial Internet of Things IIoT Interesse 2014-2015 Forrester

– Quelle /Schaubild: Forrester – Marc Jacobson’s Blog

Derzeit erheben und verwenden 35 Prozent Hersteller Daten, die durch intelligente Sensoren erzeugt werden, um Herstellungs- und Betriebsabläufe zu verbessern, so Erhebungen von PwC global zum Industrial Internet of Things unter amerikanischen Fertigungsunternehmen. 34 Prozent glauben, dass es sehr bedeutsam sei, als Hersteller eine IoT-Strategie im Betrieb umzusetzen. Die Vorteile liegen in der Verbesserung der Herstellungsprozesse, von Anfang bis Ende. Wenn die Produktion in den Prozesskette des Kerngeschäftes angebunden wird, kann die Herstellung im gesamten Produktionsprozess übergreifend sichtbar werden. Durch die digitale Zusammenführung von kaufmännischer Prozesskette und Herstellung der Produkte, welche häufig getrennt sind, kann die gesamte Geschäftsorganisation auf ein neues Niveau gehoben werden.

Industrial Internet of Things zur Verbesserung der Geschäftsprozesskette

In einer Fabrik, die ein bestimmtes Teil produziert und welche vollständig durch das Industrielle Internet der Dinge automatisiert ist, kann nicht nur den Herstellungsprozesses von Teilen durch intelligente, reagierende Qualitätskontrolle und Fertigungsdetails verbessern, sondern lässt sich auch durch den Anschluss der Produktion an die Geschäftsbedarf erweitern. Die Produktion lässt sich auf Grundlage der Auftragseingänge in Echtzeit nach unten oder oben skalieren. Dies kann auf weitere angeschlossene Systeme wie ERP übertragen werden, wobei diese vermutlich eine eigene Entwicklungsprozess für die Unterstützung einer IoT-gesteuerten Produktionsanlage durchlaufen müssten.

Am Industrial Internet of Things gibt es zwar ein deutlich zunehmendes Interesse, aber es ist augenscheinlich, warum manche Unternehmen noch abwarten. Eine Integration in die bestehenden Infrastrukturen und den laufenden Betrieb kann aufgrund des Mangels an Standardisierung eine echte Herausforderung bedeuten. Die vorhandenen Marktnormen und Industriestandards in Bereichen wie Data Center, PC und Mobile-Technologie sind einzigartig.

Das Gleiche gilt für IT-Sicherheit: Wenn die IT Security nur so stark wie das schwächste Glied in der gesamten Prozesskette ist, kann deren Erweiterung für noch mehr Angriffspunkte sorgen und die Möglichkeiten eines Ausfalls erhöhen. Als größte Herausforderungen nannten von Forrester befragte Führungskräfte

  • IT-Sicherheit (34 Prozent)
  • Bereitstellungskosten (30 Prozent)
  • Herausforderungen bei der Integration (28 Prozent)

Der weltweite IoT-Security-Markt wird von 6,89 Milliarden USD in 2015 bis auf voraussichtlich 28,9 Milliarden USD in 2020 wachsen, so die Prognose des Marktforschungsunternehmens Markets and Markets. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von über 33 Prozent zwischen 2015 bis 2020.

Der weltweite Marktes für die gesamte Cybersicherheit erreicht Schätzungen nach eine Größe zwischen 75 Milliarden USD (2015) bis zu 170 Milliarden USD (2020). Dabei macht Sicherheit im Industrial Internet of Things jetzt schon mehr als 9 Prozent des gesamten IoT-Marktes aus – bis zum Jahr 2020 könnten es 16 Prozent oder mehr werden.

,,,,,,,,,,,,,

Kommentar verfassen

Akzeptieren und Weiter

Diese Webseite verwendet Cookies, um ein bestmögliches Webseiten-Erlebnis zu bieten. In unseren Datenschutzhinweisen können Sie Details über die Einstellungen einzelner Anbieter erfahren und diese ändern. Durch den Besuch dieser Website akzeptieren Sie die Nutzung von Cookies.

%d Bloggern gefällt das: