Industrie 4.0-Konsens: Wege zu Normung und Standardisierung

Damit das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine, die Umsetzung von digitaler Steuerung, Sensorik und Robotik zukünftig gelingen kann, bedarf es Standardisierung. Dies reicht von der eingängigen Normierung von Begrifflichkeiten in einem Industrie 4.0-Glossar bis zu den Schnittstellen der Datenübergabe. Dazu wurden inzwischen unterschiedliche Institutionen und Plattformen ins Leben gerufen, sowohl national als auch international, branchenspezifisch als auch disziplinär übergreifende Konsortien.

Industrie 4.0 bzw. das industrielle Internet der Dinge und Dienste erfordern eine umfassende Integration vorhandener Systeme. Ermöglicht werden kann dies nur auf Grundlage gemeinschaftlich anerkannter Festlegungen, Normen und Spezifikationen. Dazu wird national wie international bereits eng zusammengearbeitet – zwischen Industrie, Forschung und Einrichtungen für die Umsetzung dieser Prozesse und Entwicklung praxisnaher Modelle, damit Standardisierung vorangetrieben und notwendige Voraussetzungen in allen betroffenen Feldern geschaffen werden.

Internationale Zusammenarbeit von Unternehmen im IIC

Das Industrial Internet Consortium (IIC) versteht sich als internationales Konsortium mit Wirkungsgebiet industrielles Internet der Dinge, deren Arbeitsgruppen mit inhaltlichen Aufgabenstellungen und zeitlichen Festlegungen auf formulierte Ziele hinarbeiten. Das IIC wurde als Initiative von AT&T, Cisco, General Electric, Intel und IBM als offene Non-Profit-Organisation Anfang 2014 in den USA gegründet wo das IIoT heute als einer der wichtigster Treiber der Volkswirtschaft eingestuft wird. Die Organisation geschieht über den Nonprofit-Handelsverband OMG (Object Management Group), der industriespezifische Standards entwickelt und etabliert.

Definiertes Ziel ist, Technologie des Internet für die Industrie global so nutzbar zu machen, dass für eine zukunftsfähige Entwicklung auch Wettbewerber miteinander kooperieren können. Das IIC adressiert sowohl die Industrien der Produktion bzw. Fertigungsunternehmen als auch angrenzende Branchen wie Transport und Logistik, Gesundheitswesen und Medizintechnik, Stromversorgung/Smart Grids, Verkehrswesen sowie Smart Cities. Darüber erlangen beteiligte Partner der Industrie und Organisationen die Meinungsführerschaft zu Industrie 4.0, industrielles Internet der Dinge und Einsatz von IT in Entwicklung, Produktion, Steuerung, Logistik sowie Service und Wartung.

Gegenwärtig sind mehr als 150 Unternehmen im IIC aktiv, darunter die in Deutschland basierten Technologie-Unternehmen und Forschungseinrichtungen Bosch, Detecon, Frauenhofer IOSB, Hilscher North America, Infineon, SAP, Siemens, die Technische Universität Darmstadt und Wittenstein.

Industrie 4.0 Standardisierung und Normung in Deutschland

Als definiertes AutonomikQuerschnitthema kommen Standardisierung und Normung für das Gelingen von Industrie 4.0 eine zentrale Bedeutung zu. Entsprechend ausgerichtete Aktivitäten finden sich u.a. in der „Deutschen Normungs-Roadmap Industrie 4.0, erarbeitet von DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE) und das Deutsche Institut für Normung (DIN), das Industrie 4.0 weiter voranzutreiben plant und die neue Herausforderung so beschreibt:

Die neuartige Form der Vernetzung erfordert eine nie dagewesene Integration der Systeme, die sich nur auf der Grundlage von Normen und Standards realisieren lässt.

– Quelle: DKE via YouTube

– DKE umreisst die Aufgabe so:

Vorbereitet werden muss [die] […] Einbettung [von Fortschritten der Informations- und Kommunikationstechnologien zur Nutzung durch Unternehmen] in die Produktionssysteme – und zwar in immer kleinere Teilsysteme und Komponenten. Durch zusätzliche Kommunikationsfähigkeit und (Teil-)Autonomie […] werden mechatronische Systeme zu cyber-physischen Systemen (CPS). Daraus abgeleitete Ziele sind die Anpassungsentwicklungen der IKT für Produktionsanwendungen: Robustheit, Ausfallsicherheit, Informationssicherheit, Echtzeitfähigkeit.

Plattform Industrie 4.0 reloaded

Der offizielle Auftakt zum Neustart der Plattform Industrie 4.0 (I40), die von von Politik, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Gewerkschaft getragen wird, erfolgte im April 2015. Mit der erweiterten Plattform wollen Bundesregierung, Partner und Akteure der Plattform die Chancen der Digitalisierung aktiv nutzen. Gesteuert wird die Plattform Industrie 4.0 durch Bundeswirtschaftsministerium, Bundesforschungsministerium, Industrie und Industrieverbände sowie die Industriegewerkschaft Metall und die Fraunhofer-Gesellschaft. Die frühere Verbändeplattform Industrie 4.0, organisiert von BITKOM, VDMA und ZVEI, wird dadurch auf Basis der Ergebnisse ihrer Arbeit thematisch und strukturell neu ausgerichtet.

Start der Plattform Industrie 4.0 – Foto: © Plattform Industrie 4.0

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