Weltweit 45 Prozent Unternehmen ohne Strategie für Digitalisierung

ITQ Demonstrator auf der IT2Industry@AUTOMATICA 2016

Eine Befragung der Industry of Things World unter weltweit 1.124 Industrial Internet of Things-Entscheidern in Unternehmen hat ergeben, dass nur 26 Prozent Industrieunternehmen über eine eigene digitale Transformationsstrategie verfügen. Doch die Mehrheit der Unternehmen setzt nach wie vor auf einen Ansatz zwischen Abwarten und Beobachten: 45 Prozent der IIoT-Entscheidungsträger sagten, dass sie aktuell keine Strategie für die digitale Transformation haben. Dabei schätzen die Digitalisierung rund 9 von 10 Befragten der Online-Erhebung, die zwischen Januar und März 2017 durchgeführt wurde, als Schlüssel für den künftigen Geschäftserfolg ihres Unternehmens ein.

Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich der neuen Technologie in Bezug auf „intelligente“ Fabriken (Smart Factories) und Produkte bewusst seien. Der Befragung zufolge ziehen es 53 Prozent vor abzuwarten, wie sich der Industriesektor in Bezug auf die digitale Transformation entwickelt und dann auf kommende Trends zu reagieren. Drei von zehn Unternehmen setzen eine grundlegende Strategie für die Einführung des industriellen Internets der Dinge ein (29 Prozent) und haben diese in ihren Arbeitsalltag integriert. In lediglich 4 Prozent der Unternehmen sind sowohl eine Vision als auch ein entsprechender Umsetzungsplan im Zuge der Digitalisierung vorhanden. 30 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit ihrer Unternehmensstrategie für das Industrial Internet of Things zufrieden seien. Die Mehrheit – rund 41 Prozent – hat kein Empfinden auf die eine oder andere Weise. Nur 8 Prozent der Befragten gaben an, vergleichsweise sehr zufrieden zu sein.

Kaum Fahrpläne Richtung digitale Transformation vorhanden

Eine Herausforderung, mit der Unternehmen unweigerlich konfrontiert werden, ist, dass das Industrial Internet der Dinge nicht über eine definierte oder realistische Roadmap verfügt. Nur 16 Prozent der Befragten sagte, dass ihr Unternehmen einen umfassenden Vorgehensweise habe. Weitere 69 Prozent der Befragten integrieren eine begrenzte oder geringe Roadmap mit Pilotsituationen, ersten Projekten und einem Fokus darauf, mehr über den Bedarf nach digitaler Transformation zu erfahren.
Die Entscheidungsträger wurden auch gefragt, ob sie glauben, dass ihr Unternehmen unter den Branchenführern in Bezug auf das Industrielle Internet of Things oder dem Weg der digitalen Transformation sei. Einer von vier Befragten gab an, dass ihrer nach Meinung ihr Unternehmen ein Vorreiter sei. Jedoch gaben 38 Prozent IIoT-Entscheider an, dass sie – angenommen, sie sind mit dem Unternehmen gleichbedeutend – immer noch über die digitale Transformation lernten. Für etwa 9 Prozent liegt ihr Unternehmen deutlich zurück.

Massiver Einfluss des Industrial Internet of Things bevorstehend

88 Prozent der Befragten glauben, dass das Industrial Internet der Dinge für den zukünftigen Erfolg ihres Unternehmens entscheidend sei. Laut Befragung wird das Industrial Internet der Dinge den größten Einfluss auf neue Ertragsformen, Geschäftsmodelle und neue Produkte oder Dienstleistungen haben – so auch für 66 Prozent der wahrscheinlichste Wirkungsbereich, gefolgt von verbesserter Kundenerfahrung (49 Prozent) und der Schaffung neuer Märkte oder dem Wachstum eines bestehenden (48 Prozent).
Die digitale Transformation verbessert potenziell eine Reihe von Schlüsselbereichen im industriellen Sektor. Diese Bereiche beinhalten die Möglichkeit, voraussagende Analysen (Predictive Analytics), Techniken zur Inventaroptimierung und Lagerbetriebssystemen sowie die Fähigkeit, zukunftsorientierte Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen, zu integrieren.
Unternehmen, welche die digitale Transformation weitgehend und weil erforderlich einsetzen, werden wahrscheinlich ihren Umsatz steigern und Geschäftsanpassung verbessern. Auf lange Sicht werden die Kunden diejenigen sein, welche vom gestrafften, vernetzten Einsatz von Industrieunternehmen profitieren.
Obwohl die Mehrheit die Entwicklung hin zu digital als Selbstläufer betrachtet, gilt es noch, weitgehend bekannte Hürden zu überwinden. An der Spitze steht das Thema Sicherheit – zusammenfassend für Cybersicherheit, Datensicherheit und Privatsphäre, Vertraulichkeit. Dies wird von 62 Prozent als eine dauerhafte Herausforderung eingestuft. Ein Mangel an Industriestandards für Interkonnektivität und Interoperabilität ist ebenfalls ein Thema (38 Prozent), daneben die Vision der Geschäftsleitung (37 Prozent) sowie eine risikoscheue Unternehmenskultur (33 Prozent).

Digitalisierung im Unternehmen einfach angehen

Letztlich liegt kann ein Schlüssel zur erfolgreichen digitalen Transformation darin liegen, wie sich ein Unternehmen dem digitalen Transformationsprozess nähert. Dabei unterscheidet sich beim Internet der Dinge die Unternehmenssicht von der Verbraucherseite darin, dass die Umstellung auf digital im industriellen Bereich tatsächlich wohl keine freiwillige Option sein wird.

Erfahren Sie mehr über Geschäftsmodelle und Prozesse im Zuge der Digitalisierung, über Möglichkeiten der digitalen Transformation für das Business ihres Unternehmens sowie aktuelle Praxiserfahrungen aus der Industrie 4.0, Smart Factory und mit Losgröße 1 – auf der IT2Industry@productronica 2017, vom 14. bis 17. November 2017 in der Messe München, Halle B2.

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Comments

  • 88% der Befragten glauben, dass das IIoT entscheidend für den zukünftigen Erfolgs Ihres Unternehmens sind, aber nur 16% haben angegeben dass ihr Unternehmen einen umfassenden Fahrplan hat? Das ist der Punkt der einem Gedanken machen sollte. Industrielle Entwicklungen in Ihrem Umfang nicht zu erfassen kann sich bitter rächen, sobald die Konkurrenz hier schneller agiert beim Umsetzen von Struktur- und Prozessoptimierungen, während man selbst noch hadert ob dies denn eine sinnvolle Idee wäre oder wie man es angeht. Bleibt zu hoffen dass hier bald ein Umdenken einsetzt, wobei ich Ihre Meinung teile, dass die Digitalisierung im industriellen Bereich letztendlich nicht optional ist. Danke für den interessanten Artikel.

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