Interview Philipp Wallner, The MathWorks GmbH

Bei der IT2Industry@AUTOMATICA von 21. bis 24. Juni in München beteiligt sich das Unternehmen The MathWorks am Gemeinschaftsstand von ITQ. Im Interview mit dem IT2I Blog spricht Philipp Wallner , Industry Manager, darüber, welche Lösungen The MathWorks im Bereich Industrie 4.0 anbietet und welche Herausforderungen in diesem Bereich die Firmen und Unternehmen in Zukunft beschäftigen werden. 

IT2Industry Blog: Herr Wallner, welche Produkte und Lösungen bietet MathWorks bezüglich Internet of Things und Industrie 4.0 an und was werden Sie davon auf der IT2Industry im kommenden Juni präsentieren?

Philipp Wallner, MathWorks
Dipl.-Ing. Philipp H. F. Wallner, Industry Manager, The Mathworks GmbH

Philipp Wallner: „Unsere Erfahrung aus Gesprächen und Projekten mit unseren Kunden im Maschinen- und Anlagenbau zeigt, dass sich hier zwei primäre Themenblöcke herauskristallisieren: Zum einen steigt die Komplexität von mechatronischen Systemen – also von Automatisierungskomponenten wie Sensoren und elektrischen Antrieben bis hin zu ganzen Produktionsanlagen – und hier in besonderem Maße im Bereich der Steuerungssoftware. Zum anderen fallen immer mehr Daten an, die ausgewertet werden müssen, um sinnvolle Erkenntnisse und Aktivitäten abzuleiten zum Beispiel für die prädiktive Wartung. Beides passt sehr gut zu unserem Lösungsportfolio. Mit modellbasierter Entwicklung, Simulation und automatischer Codegenerierung auf Basis von Simulink® verifiziert der Anwender das Verhalten seines Gerätes inklusive der Steuerungssoftware frühzeitig am Desktop, noch bevor der erste physikalische Prototyp oder die gesamte Maschine aufgebaut ist. Und für die Auswertung von großen Datenmengen wird MATLAB® seit vielen Jahren in unterschiedlichsten Branchen eingesetzt. Mit zunehmender Rechenkapazität kommen zur Datenanalyse immer öfter fortgeschrittene statistische Verfahren wie etwa „Machine Learning“ oder „Deep Learning“ zum Einsatz, für die es in MATLAB integrierte Lösungen gibt.“

IT2I: Auf welche Herausforderungen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 treffen Sie in Ihrer täglichen Arbeit?

Wallner: „Jeder spricht von Industrie 4.0, aber nur wenige haben bereits mit konkreten Umsetzungsprojekten angefangen. So wichtig es ist, eine langfristige Strategie zu haben, so stellen wir doch fest, dass jene Unternehmen bereits heute einen deutlichen Vorsprung aufgebaut haben, denen es gelungen ist, bereits konkrete Erfahrung in der Praxis zu sammeln. Hier bieten sich etwa Projekte aus dem Bereich der „Virtuellen Inbetriebnahme“ von Maschinen und Anlagen inklusive automatischer Codegenerierung für Industriesteuerungen, um plattformunabhängig zu entwickeln an – oder auch die vorausschauende Wartung (oder „Predictive Maintenance“) im Bereich der Datenauswertung.“

IT2I: Für welche Branchen sehen Sie im Bereich Digitalisierung das größte Potential?

Wallner: „Prinzipiell für alle Bereiche, in denen die Komplexität steigt. Wir konzentrieren uns vorwiegend auf den Maschinen- und Anlagenbau, da wir hier das größtes Potential für die Innovationsführer, die meist in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sitzen, sehen, um sich vom Rest der Welt abzuheben.“

IT2I: Was bedeutet Industrie 4.0 Ihrer Meinung nach für den Industriestandort Deutschland?

Wallner: „Automatisierungskomponenten, Maschinen und Anlagen, die in Deutschland entwickelt und gefertigt werden, zeichnen sich in der Regel nicht dadurch aus, dass sie günstiger sind als im Rest der Welt. Wichtiger ist ein hoher Grad an Innovation, um höhere Produktqualität und Maschinenzuverlässigkeit zu erreichen – und Industrie 4.0 ist der Schlüssel dazu.“

IT2I: Wie weit wird die deutsche Industrie in fünf Jahren im Bereich IoT, Industrie 4.0 bzw. Digitalisierung sein?

Wallner: „Die Innovationsführer im deutschsprachigen Raum werden ihren Vorsprung durch die erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 Projekten noch weiter ausgebaut haben. Andere, die diesen Zug verpasst haben, wird es dann vermutlich nicht mehr am Markt geben. Die lebhafte Diskussion rund um den Themenkomplex Industrie 4.0 zeigt jedoch, dass die meisten Unternehmen die Herausforderung erkannt haben. Und unsere Lösungen werden entscheidend dazu beitragen, dass konkrete Industrie 4.0 Projekte erfolgreich umgesetzt werden.“

#

Über Philipp Wallner

Als Industry Manager für den Bereich Industrial Automation & Machinery in Europa ist Philipp Wallner für den Auf- und Ausbau des Industriebereichs bei The MathWorks verantwortlich, der die Energieerzeugung, die Entwicklung von Automatisierungskomponenten und den Maschinenbau umfasst. Vor seinem Eintritt in das Unternehmen hat Philipp Wallner unterschiedliche Positionen in der Entwicklung und im technischen Management im Maschinen- und Anlagenbau innegehabt. Philipp Wallner hat Elektrotechnik mit Schwerpunkt Regelungstechnik (Dipl.-Ing.) an der TU Graz und Projekt- und Prozessmanagement (Executive MBA) an der Salzburg Management & Business School studiert.

Mehr zu The Mathworks und den ITQ Gemeinschaftsstand auf der IT2Industry@AUTOMATICA finden Sie hier.

,,,,,,,,,,,,,,,,,

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Akzeptieren und Weiter

Diese Webseite verwendet Cookies, um ein bestmögliches Webseiten-Erlebnis zu bieten. In unseren Datenschutzhinweisen können Sie Details über die Einstellungen einzelner Anbieter erfahren und diese ändern. Durch den Besuch dieser Website akzeptieren Sie die Nutzung von Cookies.