Drei Fragen an: Dr.-Ing. Fabian Schreiber, ark Industrie AG

Fabian Schreiber ark Industrie AGIn unserer Rubrik „3 Fragen an…“ stellen wir Ihnen bereits im Vorfeld der IT2Industry Sprecher und Themen der Konferenz vor. Am 11. November wird Dr.-Ing. Fabian Schreiber, ark Industrie AG, im Themenbereich Infrastruktur und Digitale Netze einen Vortrag mit dem Titel „Wie können Mehrwerte durch eine unternehmensübergreifende Vernetzung geschaffen werden“ halten.

Zu den drei Kernbotschaften seiner Präsentation zählen:

  • Unternehmensübergreifende Vernetzung von Maschinen und Prozessen
  • Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen steigern
  • Neue Geschäftsmodelle durch leicht zu implementierende IT-Lösungen

Bereits im Vorfeld hat Fabian Schreiber drei Fragen für den IT2Industry Blog beantwortet:

IT2I: Welche Voraussetzungen müssen weiterhin geschaffen werden, damit das Internet der Dinge auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen ankommt?

FS: „Kleine und mittelständische Unternehmen sind selten mit großen IT-Budgets ausgestattet. Dieser Zustand führt dazu, dass die betreffenden IT-Abteilungen den Herausforderungen, die das Internet der Dinge (IoT) mit sich bringt, nicht gewachsen sind. Ein Ansatzpunkt ist die Erarbeitung neuer angepasster Geschäftsmodelle, die Investitionen im Bereich IoT rechtfertigen und sich mittelfristig amortisieren. Einfache Plug & Play-Lösungen, die entsprechende Anforderungen wie Datenschutz, -sicherheit und Echtzeitfähigkeit erfüllen, bieten Abhilfe. Um diesen umfassenden Prozess in Gang zu bringen ist es zunächst notwendig, dass diese Unternehmen beraten und anschließend IT-technisch unterstützt werden, um entweder langfristig ihre IT-Abteilungen den neuen Einsätzen und Leistungsspektren entsprechend anzupassen bzw. zu vergrößern oder einen geeigneten strategischen Partner zu suchen und aufzubauen.“

IT2I: Welche Branchen profitieren Ihrer Meinung schon heute von Industrie 4.0 besonders und für welche besteht überdies künftig besonderes Potential?

FS: „Es gibt meiner Ansicht nach Branchen, die in einigen Bruchteilen von dem, was die Zukunftsvision Industrie 4.0 ausmacht, schon profitieren. Insbesondere Firmen, die langjährige Erfahrung mit ERP- und MES-Systemen gesammelt haben, sind mittlerweile soweit, dass ihnen zumindest die anfallenden Maschinen- und Prozessdaten zur Verfügung stehen. Wenn es diesen Firmen nun gelingt sinnvolle Kooperationen zu schließen oder Kompetenzen aufzubauen, um diese gigantischen Datenmengen auch tatsächlich analysieren zu können und in Echtzeit Rückschlüsse daraus ziehen zu können, sind sie einen großen Schritt in Richtung Industrie 4.0 gegangen. Unsere bisherigen Erfahrungen aus Beratungsprojekten zeigen, dass dies bisher selten auf Klein- und mittelständische Unternehmen und Hidden Champions, sondern vielmehr auf Global Player aus der Automobil- und Elektrotechnik-Branche zutrifft.

Künftiges Potential sehe ich insbesondere für die klein- und mittelständisch geprägten Branchen in Deutschland wie der Medizin- und Krankenhaustechnik, der Textilindustrie und dem verarbeitenden Gewerbe der Metall- und Elektroindustrie. Industrie 4.0 bietet hier in neuen Ansätzen wie z.B. der unternehmensübergreifenden Bereitstellung von Produktionskapazitäten, Möglichkeiten, die für diese Branchen besonders profitabel sind oder gute Möglichkeiten bieten, Kosten einzudämmen.“

IT2I:  Wie wird das Internet der Dinge die Welt des Einzelnen Ihrer Ansicht nach beeinflussen oder verändern?

FS: „Das Internet der Dinge wird neben der Arbeitsumgebung des einzelnen Mitarbeiters vor allem seine Arbeitsinhalte und -prozesse verändern. Die System-Komplexität seiner Arbeitsumgebung wird noch weiter ansteigen. Neue Assistenzsysteme werden durch neue Technologien wie Smart Glasses und Augmented Reality dem Mitarbeiter 4.0 zur Verfügung stehen. Um in dieser neuen Arbeitsumgebung zurecht zu kommen wird es Berufs- und Universitätsausbildungen geben müssen die an der Schnittstelle zwischen Informatik, Elektrotechnik und dem Maschinenbau liegen.

Neben den Mitarbeitern wird Industrie 4.0 natürlich auch die Welt des Endverbrauchers verändern. Der Verbraucher wird es in Zukunft noch einfacher haben Produkte und Dienstleistungen seinen individuellen Bedürfnissen anzupassen und in der Zukunft auch in der Lage sein, die Produktion innerhalb der Unternehmen indirekt oder teilweise auch direkt noch mehr beeinflussen zu können.“

Über Fabian Schreiber:

Studium an der RWTH Aachen University (Abschluss 2008), Promotion am Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (Abschluss 2013)
Vorstandsvorsitzender ark Industrie AG (seit 2013), Geschäftsführer Gemini Business Solutions GmbH (seit 2003), Aufsichtsrat Arche AG (seit 2012)
Walter-Reiners-Stiftungspreis VDMA Textilmaschinen (2008), Preisträger Innovationswettbewerb BMBF (2010)
Mitarbeit im Bitkom Arbeitskreis Industrie 4.0 und VDI/VDE Arbeitskreis Mess- & Automatisierungstechnik
Fabian Schreiber twittert unter @FabScriptor.

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