Drei Fragen an: Philipp Schalla, Pierre Audoin Consultants (PAC) GmbH

Schalla_P-1In unserer Rubrik „3 Fragen an“ stellen wir Ihnen bereits im Vorfeld der IT2Industry Sprecher und Themen der Konferenz vor. Am 11. November wird Philipp Schalla von der Pierre Audoin Consultants GmbH im Themenbereich „Industriesoftware“ einen Vortrag mit dem Titel „Auswirkungen des Internets der Dinge auf betriebliche Unternehmenssoftware & IT Dienstleistungen“ halten.

Zu den Kernbotschaften seines Vortrages zählen:

  • Die unterschiedlichen Technologien, die im Internet der Dinge zusammen spielen, haben bereits Marktreife erlangt. Nun geht es vor allem um die Integration dieser Stand-alone Technologien.
  • Das Internet der Dinge wird klassische Geschäftsmodelle verändern und Wegbereiter sein, um Internet-bezogene Geschäftsmodelle in andere Industrien zu transferieren.
  • Anforderungen & Funktionalitäten von Unternehmenssoftware werden sich verändern, ebenso wie Art und Weise wie entsprechende Dienstleistungen (Beratung, Integration, Betrieb) erbracht werden.

Vorab hat Philipp Schalla für den IT2Industry Blog drei Fragen zum industriellen Internet der Dinge beantwortet:

IT2: Was sind Ihrer Meinung die größten Herausforderungen für Unternehmen beim industriellen Internet der Dinge?

PS: „Eine Herausforderung liegt sicherlich in der Bestimmung der „Automatisierungs-Strategie“ der Produktionsinfrastruktur eines Konzerns. Ob Teil-Automatisierte, Hoch-Automatisierte oder Voll-Automatisierte Werke hängt individuell von den jeweiligen Produktlinien und Kundenanforderungen ab. Unternehmen werden durch die technologische Innovation mehr Möglichkeiten bekommen, müssen diese allerdings im Rahmen einer langfristigen Entwicklungs- und Investitionsstrategie auch genauer abwägen.

Eine weitere Herausforderung liegt in der „Geschwindigkeit der Wertschöpfungskette“. Die Idee der Industrie 4.0 berücksichtigt auch das Konzept der horizontalen Integration entlang der Wertschöpfungskette. In Industrien mit eng-verknüpften und weitreichenden Zulieferstrukturen (beispielsweise der Automobilindustrie) droht die Gefahr, der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts innerhalb einer Wertschöpfungskette nicht mithalten zu können und gegebenenfalls als Zulieferer ersetzt zu werden. Taktgeber sind hierbei normalerweise die Empfänger der zugelieferten Teile und Hersteller des Endproduktes. Hier bedarf es einer offenen und langfristigen Abstimmung, wenn bewährte und bestehende Strukturen erhalten bleiben sollen.

Als dritten Punkt wäre hier noch die zukünftige Rolle des Menschen in der Produktion zu nennen. Diese ist heute noch nicht definiert und kann in Anbetracht der aktuellen Beschäftigungs- und Ausbildungsstrategien noch zu einem Stolperstein des technologischen Fortschritts werden.“

IT2I: Was bedeutet Industrie 4.0 für den Industriestandort Deutschland?

PS: „Der Industriestandort Deutschland ist gleichermaßen anerkannt für seine Innovationskraft und seine Wirtschaftlichkeit. Ein höherer Automatisierungsgrad und eine stärkere vertikale & horizontale Vernetzung der Produktionsinfrastruktur wird beide Eigenschaften weiter begünstigen und sicherstellten, das die Industrie in Deutschland auch in Zukunft ihre Vorreiterrolle beibehalten wird.“

IT2I: Für welche Länder und Regionen kann Industrie 4.0 bzw. Industrial Internet of Things mehr als ein Trend sein – wo liegen die Chancen und warum?

PS: „Ich würde Industrie 4.0 nicht als Trend bezeichnen sondern als logischen Fortschritt der Entwicklungen der Automatisierungstechnik der letzten Jahre/ Jahrzehnte, ermöglicht durch die jüngsten Innovationen im IT-Umfeld (Embedded Systeme, Cyber Physical Systems).  Daher wird das Thema für alle Industrienationen von Bedeutung sein. Und vor dem Hintergrund globaler Produktionsnetzwerke mit lokalen Schwerpunkten, getrieben durch Konzerne (e.g. Deutsche Automobilkonzerne bauen Fertigungsstraßen nach Konzernstandards und integriert in die Konzerninfrastruktur vor Ort beim Kunden, z.B. in Asien) und nicht durch Landespolitik, erfährt das Thema gleichermaßen weltweite Aufmerksamkeit, unter Umständen eben nur unter anderen Namen (e.g. „Manufacturing Renaissance“ in den USA).“

Über Philipp Schalla:

Philipp Schalla ist seit 2005 im Bereich Software IT Service tätig und arbeitet seit 2008 für PAC. Zu seinen Hauptaufgabengebieten zählen neben der IT Service Industrie in Österreich auch der deutsche Markt für Embedded Systeme in der Wissenschaft und Industrie. Darüber hinaus beinhaltet seine Tätigkeit  Application Management und Business Application Software. Vor seinem Wechsel zu PAC arbeitete Philipp Schalla als Process Consultant für Siemens IT Solutions and Services.
Philip Schalla schreibt im PAC Blog und twittert unter @PhilippSchalla.

 

Einen Überblick zu allen Vorträgen des Konferenzprogramms rund um das Industrielle Internet der Dinge erhalten Sie hier.

 

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